Seine Amtszeit endet am 31. Oktober 2021: Landrat Hermann Luttmann verzichtet dann auf eine erneute Kandidatur für das Amt. (Foto: Menker)
Seine Amtszeit endet am 31. Oktober 2021: Landrat Hermann Luttmann verzichtet dann auf eine erneute Kandidatur für das Amt. (Foto: Menker)

Zevener Zeitung vom 21.09.2019

Landrat kündigt Rückzug an

Hermann Luttmann will 2021 nicht erneut für das Amt antreten – Mohrmann schließt Kandidatur aus

Von Lutz Hilken

Rotenburg. Der Rotenburger Landrat Hermann Luttmann (CDU) wird 2021 nicht erneut für das Amt kandidieren. Das kündigte der 61-jährige am Freitag im Kreishaus vor der Presse an. Zu seiner möglichen Nachfolge möchte er keine Stellung nehmen: „Ich will nicht über Namen spekulieren.“

Er halte den Zeitpunkt für gekommen, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, in zwei Jahren nicht wieder für die Landrats-Wahl zur Verfügung zu stehen. Tags zuvor habe er den CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Marco Mohrmann über seinen Entschluss informiert.
Als Grund führt Hermann Luttmann an, die Zeit im Blick zu haben: 2006 sei er mit der Aussage angetreten, zwei Wahlperioden absolvieren zu wollen. Damals hatte eine solche noch acht Jahre gedauert. Inzwischen sind daraus sieben Jahre geworden, weshalb die Amtszeit – parallel zur Wahlperiode in den Kommunalvertretungen – am 31.Oktober 2021 enden wird.
Dann sei er 15 Jahre im Amt, habe „sehr viel Zeit und Engagement investiert“. Landrat zu sein sei kein 40-Stunden-Job. Er können sich durchaus vorstellen, bis zum Alter von 65 oder 66 Jahren zu arbeiten, doch wenn er sich 2021 erneut zur Wahl für eine dann fünfjährige Amtsperiode stelle, wäre er am Ende derselben 69 Jahre alt. Und irgendwann sei es auch mal gut.
Zur Nachfolge nahm er keine Stellung. Nur soviel: „Die CDU hat jetzt ein Jahr Zeit, um einen geeigneten Kandidaten zu finden“ und mit diesem dann in den Wahlkampf zu ziehen. An denkbaren Nachfolgern herrsche in der Partei kein Mangel. „Ich könnte Ihnen fünf oder sechs Namen nennen“, sei es von Personen aus dem Kreishaus oder aus dem Kreistag, Luttmann spricht von einem „Luxusproblem“.
Jedoch halte er es für „einen großen Fehler“, die Bürgermeister und Landratswahlen zeitgleich mit der Kommunalwahl stattfinden zu lassen, denn Letztere stünde dann im Schatten der Direktwahlen und stoße auf weniger Interesse. „Wenn man die Wahl zu einem anderen Zeitpunkt macht, ist das anders“, ist der Landrat überzeugt.
Über seine bisherige Amtszeit findet Hermann Luttmann: „Die letzten 13 Jahre waren nicht unbedingt schlechte Jahre für den Landkreis.“ Beispiele: Die ehrenamtliche Arbeit sei „enorm gestärkt“, der Breitband- und Kita-Ausbau vorangetrieben, die Flüchtlingsunterbringung „vorbildlich wie in fast keinem anderen Landkreis“ gelöst worden.
Gleichwohl habe es Probleme gegeben, etwa in Sachen Rettungsdienst, bezüglich des Martin-Luther-Krankenhauses in Zeven und aktuell beim Thema Deponie Haaßel. Als wachsende Herausforderungen in der Zukunft sieht er Themen wie den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel, die Integration, die Digitalisierung und nicht zuletzt die weitere Entwicklung des ländlichen Raums mit der erforderlichen Infrastruktur.

Nominierung im Sommer 2020

Auf den bevorstehenden Rückzug des Landrats reagierte gestern auch der CDU-Kreisvorsitzende Marco Mohrmann aus Rhadereistedt: „Hermann Luttmann wurde 2006 und 2014 mit überwältigenden Mehrheiten zum Landrat unseres Landkreises gewählt. Trotzdem respektiere ich seine Entscheidung im Herbst 2021 nicht wieder zu kandidieren.“
Die CDU werde sich „zu gegebener Zeit mit den entsprechenden Personalfragen befassen“. Mit einer Nominierungsveranstaltung sei im Sommer 2020 zu rechnen. Mohrmann fügt an: „Für meine Person kann ich jegliche Ambitionen diesbezüglich ausschließen.“