Fast hundert Prozent Zustimmung bei Wiederwahl als CDU-Kreisvorsitzender – Verjüngung im Vorstand

Zevener Zeitung vom 18.03.2019

Von Joachim Schnepel

Elsdorf. Es war fast wie zu Zeiten der seligen DDR: Dr. Marco Mohrmann ist beim CDU-Kreisparteitag in Elsdorf mit fast 100 Prozent in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt worden. Erst vor zwei Jahren hatte er den langjährigen Vorsitzenden Heiner Ehlen aus Kalbe beerbt. Auch die anderen Vorstandsmitglieder fuhren fast ausnahmslos ähnlich gute Ergebnisse ein.

Mit knapp 88 unter 90 Prozent blieb nur die Mitgliederbeauftragte Katharina Merklein aus Zeven, die sich aber trotzdem über das Ergebnis sichtlich freute. Neu im Vorstand der Christdemokraten auf Kreisebene ist der erst 23-jährige Patrick Brinkmann aus Heeslingen, der für den Schriftführerposten kandidierte, und der demnächst als neuer CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzender in Zeven auf den Schild gehoben werden soll. Weiterhin im Vorstand sind Marsha Weseloh aus Scheeßel, gleichzeitig Kreisvorsitzende der Jungen Union, Eike Holsten aus Rotenburg, sowie Marco Prietz aus Bremervörde.

Neue Schatzmeisterin ist Ulrike Jungemann aus Rotenburg, die das Amt von Frank Holle aus Tarmstedt übernimmt, der nicht wieder antrat. Damit hat der CDU-Vorstand eine weitere deutliche Verjüngung erfahren, wie Marco Mohrmann mitteilte.

Nachdem diese und andere Personalien abgearbeitet waren, stand die inhaltliche Arbeit im Vordergrund des Parteitages der hiesigen Christdemokraten. Marco Mohrmann wies in seiner Rede darauf hin, dass es schon fast zwei Jahre her sei, dass er das Amt von Heiner Ehlen übernommen habe. Die Arbeit als Kreisvorsitzender bereit ihm große Freude. Er bezeichnete seine Haltung als politisch tief verwurzelt. Im Kreise der Christdemokraten fühle er sich „unheimlich wohl.“ Und das gelte für alle Ebenen vom Gemeindeverband bis zur Bundespartei, schob er hinterher. Der Draht zu anderen Mandatsträgern sowohl hier als auch auf Landesebene sei kurz und gut. Er kündigte zudem an, am 18.Mai beim Bezirksparteitag für das Amt des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden zu kandidieren.

Zur Ehrlichkeit gehöre für ihn, sich auch unangenehmen Dingen zu stellen, sagte Mohrmann und bezog sich damit auf die Samtgemeindewahl in Zeven am 10. Februar, die „mächtig in die Hose“ gegangen sei, da gebe es nichts zu beschönigen. Die Aufarbeitung des Debakels für die CDU, bei dem mit Henning Fricke aus Heeslingen erstmals ein Sozialdemokrat Samtgemeindebürgermeister in Zeven wurde, obliege nicht dem Kreisvorstand und sei noch nicht abgeschlossen. Sie sei eine Angelegenheit des Zevener Verbandes, der sich nunmehr inhaltlich und personell neu aufstelle. Es würden dabei keine Diskussionen gescheut: „Nur so kann es gehen“.

Er richtete den Blick nach vorn auf die Europawahl am 26. Mai. „Wir haben nicht weniger als eine Schicksalswahl vor uns“, so Mohrmann, der zur Wahlteilnahme und dem Kreuz an der richtigen Stelle aufrief. Man wolle als Europäer weiter auf Augenhöhe mit Russland, China und den USA sprechen, das ginge nur mit einer Stimme und nicht mit bilateralen Abkommen. Das habe selbst US-Präsident Donald Trump begriffen. Zum demnächst anstehenden Brexit gab es auf dem ganzen Kreisparteitag übrigens kein Wort.

Mit Anmerkung zu seiner Landtagsarbeit und hier der Masterplan Digitalisierung, die Lehrerversorgung, die Einstellung vom mehr Polizisten, mehr Studienplätzen für Medizin und zur Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Lande beendete Mohrmann seine Ausführungen.

Grußworte sprach unter anderem der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann aus Stade, der sich kritisch zur „Fridays-For-Future“-Bewegung und der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg äußerte, die diese mittlerweile weltweite Bewegung, bei der Schüler jeden Freitag für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür den Unterricht schwänzen, ins Leben gerufen hat.

Trotzdem dürfe der Klimawandel nicht aus den Augen verloren werden, so Grundmann, zumal die Meinungen zu diesem Thema weit auseinanderdrifteten, und zwar nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der eigenen Partei. „Sonst haben wir in drei Jahren einen grünen Bundeskanzler.“