Wahlkreis-CDU nominiert Kandidat für Bundestag
Rotenburger Rundschau vom 26.09.2020

VON HENNING LEESKE

Landkreis/Bad Fallingbostel. Der innerparteiliche Bundestagswahlkampf der Christdemokraten begann schon über ein Jahr vor dem noch nicht terminierten Wahlurnengang. Nun hat die Nominierungsveranstaltung der CDU im Wahlkreis 35 Rotenburg I / Heidekreis eine Entscheidung gebracht: Der CDU-Kandidat für die Bundestagswahl 2020 ist Carsten Büttinghaus aus Bispingen. Er erhielt 125 Stimmen, die ScheeßelerinMarshaWeseloh bekam 67 Stimmen der Parteifreunde. Laut Kreisgeschäftsführer Jens Richter entsprach die Stimmenverteilung ziemlich genau der Verteilung der Anmeldezahlen aus den lokalen CDU-Verbänden der jeweiligen Landkreise.

So gesehen konnte allem Anschein nach der 37-jährige Polizeibeamte aus dem Heidekreis seinen Heimspielvorteil in der Heidmarkhalle im Kurort Bad Fallingbostel nutzen und einen ersten Punktesieg im Rennen um das Mandat für den Bundestag verbuchen. Denn beide Bewerber hatten schon eine naturgemäß nicht anwesende Person klar im Fokus, den Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil vom politischen Mitbewerber der SPD. „Lars Klingbeil kann sich auf einen intensiven Wahlkampf in den
nächsten zwölf Monaten vorbereiten“, machte Büttinghaus eine klare Ansage in seiner Vorstellungsrede. Der Wahlkreis solle direkt zurückgewonnen werden.

Man könne Klingbeil zu seiner politischen Karriere gratulieren, so die JU-Kreisvorsitzende Weseloh. „Man kann Lars Klingbeil nicht gerade beneiden, gerade für diese Partei einen bundesweiten Wahlkampf als Generalsekretär zu organisieren.“

Im innerparteilichen Wettbewerb lobten beide Bewerber den fairen Umgang miteinander während der Vorstellungsrunden in denVerbänden vor der entscheidenden Wahl in der Heidemarkhalle. In ihren 15-minütigen Reden beschränkten sie sich sodann darauf, ihr eigenes Profil herauszuarbeiten. „Ich bin von hier“, sagte Weseloh und bekräftigte ihren Willen, sich für das ehrenamtliche Engagement in Berlin stark machen zu wollen. „Engagement und Ehrenamt sind mir seit meiner Kindheit eine echte Herzensangelegenheit. Vereine bilden soziale Bindung. Das macht den ländlichen Raum aus“, so die Scheeßelerin. Weiter thematisierte sie die Bedeutung der Landwirtschaft für die Versorgungssicherheit und dass über die Preise für Lebensmittel das Einkommen „unserer Ernährer gesichert wird“, so die Ehefrau eines Landwirts. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ganze Branchen verlieren“, sagte die Bankkauffrau. Besonders kreative Zweige und die Eventbranche müssten mit gezielten Coronahilfsprogrammen des Bundes unterstützt werden. Auch für eine Stärkung der Berufe im Gesundheitssystem trat sie ein, weil auch gerade das starke Gesundheitssystem in Deutschland einen schlimmeren Verlauf der Pandemie verhindert hätte. Daher müssten die Mitarbeiter in den Pflegeberufen deutlich aufgewertet werden, damit das System auch in Zukunft stark bleibe. „Ich bitte um Ihre Stimme für eine Politik der Mitte“, warb sie und überzeugte damit 67 Stimmberechtigte.

Als Polizist schärfte Büttinghaus sein Profil mit dem Thema der inneren Sicherheit. Als Beamter habe er einen Eid geleistet und dafür stehe er auch ein. „Wer nicht wertekonform ist, hat in unseren Sicherheitsorganen nichts verloren“, sagte er und forderte eine Aufarbeitung der Extremismusvorfälle bei der Polizei und Bundeswehr. „Aber ohne Stigmatisierung, wie sie unser Koalitionspartner praktiziert“, so Büttinghaus. Weiter präsentierte er seine Standpunkte zu mittelständischen Betrieben, dem Klimaschutz, zur Bildungspolitik und zur Integration. Nach Verkündung des Ergebnisses war Weseloh eine der ersten Gratulantinnen. „Marsha wäre für ein Duo gut“, attestierte Büttinghaus, was aber wegen des Wahlrechts nicht ginge. „Bei uns entscheiden die Mitglieder selber, wer kandidiert“, kommentierte CDU-
Kreisvorsitzender Marco Mohrmann die Urwahl und rief zur Geschlossenheit seiner Partei im Wahlkampf auf, weil die Christdemokraten sich willens zeigten, den Wahlkreis wieder mit ihrem Parteifreund Büttinghaus in Berlin direkt zu vertreten.

Foto: Henning Leeske

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